Jede Reise beginnt mit einem Schritt.

Bereits als Kind dachte ich mir am allerliebsten Geschichten aus, saß stundenlang am Fenster und ließ meiner wilden Fantasie freien Lauf. Bevor ich zur Schule kam, hatte ich bereits meinen ersten Aufsatz über Christopher, einen wagemutigen Helden geschrieben, der auf seinen Reisen allerlei Abenteuer erlebte, inklusive einer Entführung durch Außerirdische und anschließender Verfolgungsjagd durch Paris …

 

 

Äh, nein, ganz so ist es nicht gewesen …

 

Bedauerlicherweise zähle ich nicht zu den Menschen, die bereits als Kind wussten, was sie gerne mit ihrem Leben anfangen möchten. Ich wusste es auch nicht als Teenager oder als Mittzwanzigerin oder in den Dreißigern. Stetig von dem Gedanken getrieben „Jetzt musst du mal was anständiges machen“, probierte ich viel aus. Von der Kosmetikausbildung (eigentlich wollte ich Maskenbildnerin am Theater werden), über ein Zeichenstudium in Phoenix, Arizona (Disney hat nur auf mich gewartet – und tut es heute noch, ich bin davon überzeugt), über eine Musicalausbildung in New York, einem anschließenden dreimonatigen Schwenker nach Wien, zurück in heimatliche Gefilde, um am Ende als Assistentin einer Rechtsabteilung zu arbeiten.

Was fange ich mit meinem Leben nur an?

Ich schätze, mein Leben verlief nicht ganz so geradlinig, und über so manche Kurve, um die ich gegangen bin, war selbst ich erstaunt. Aber vielleicht hat mich das am Ende ja zum Schreiben gebracht, wer weiß das schon. Jetzt, mit Vierzig, kann ich zumindest behaupten, dass ich nicht das Gefühl habe, irgendetwas im Leben verpasst zu haben – und das mit dem anständigen Job hat auch funktioniert. Mittlerweile lebe ich also meine Hirngespinste in meiner Freizeit aus (das ist weniger stressig und ich habe mehr zu Essen im Kühlschrank), denn eins hat sich in all den Jahren nie verändert: Ich bin und bleibe ein Mensch, der seine Kreativität irgendwo herauslassen muss. So schnappte ich mir 2005 zum ersten Mal eine Spiegelreflex und begann, mein Pferd zu fotografieren. Schnell merkte ich, dass ich das Fotografieren liebte. Ich fing an, die Pferde der Miteinsteller zu knipsen, bekam erste Kundenaufträge und konnte meine Bilder schließlich über eine Fotoagentur an Bücher und Zeitschriften verkaufen. Heute fotografiere ich zwar immer noch, habe aber die Kundenaufträge komplett zurückgeschraubt. Leider habe ich bei all den Kurven und Wendungen in meinem Leben noch nicht herausgefunden, wie man den Tag von 24 Stunden auf 48 verlängert. Wer es weiß, darf mir gerne eine Mail schreiben. Ich bin über Tipps dankbar.

 

I heard there was a secret chord

that David played and it pleased the Lord

 

Mit dem Song „Hallelujah“ von Leonard Cohen fing alles an

 

Und auf einmal war da eine Idee …

Was, wenn ich aus dieser Textzeile eine Geschichte machen würde? Ich spann diesen Gedanken fort und baute das Grundgerüst rund um die Seelenwächter. Als ich fertig war, sagte ich zu meinen Mann Andreas (der seit vielen Jahren als Journalist und Redakteur arbeitet): Ich möchte gerne ein Buch schreiben. Er antwortete: Dann mach das!

Tja, dann mach das.

Das war zwar schön und gut, aber konnte ich das auch? Wie eingangs gesagt, ich hatte bis dahin nicht im Sinn gehabt, Autorin zu werden. Aber wenn ich es nicht ausprobierte, konnte ich schlecht wissen, ob es etwas für mich ist, oder? Also kaufte ich mir die ersten Schreibratgeber, schrieb mich in Foren ein, besuchte Seminare, wurde Mitglied im Bundesverband junger Autoren und tüftelte und schrieb fast täglich an meiner Geschichte. Drei Jahre später war sie fertig, und ich ging auf die Suche nach einem Verlag. Und der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte: Dank Andreas Suchanek von der Greenlight Press könnt ihr nun das Ergebnis meiner Kreativität in Händen halten.

Bei den Chroniken der Seelenwächter laufen alle Fäden zusammen, die ich in meinem Leben ausgeworfen habe: Meine Schauspielausbildung hilft mir beim Entwickeln der Figuren, meine Erlebnisse in Amerika beim Erstellen der Schauplätze, meine Zeichenausbildung und Fotokenntnisse beim Malen der Grafiken. Ich kann wirklich behaupten, dass ich mir mit diesem Projekt einen Lebenstraum erfülle und hoffe, ihr werdet genauso viel Freude am Lesen haben, wie ich sie beim Schreiben hatte. Die Seelenwächterwelt wird weiter wachsen. Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, dass ich sie mit Euch teilen darf.

Ihr findet mich auch auf Facebook unter: www.facebook.de/nicole.boehm.autorin Dort poste ich regelmäßig updates wie es gerade mit dem Schreiben läuft oder Videos und Bilder zum aktuellen Projekt. Ich freu mich auf euch.